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DSW-Pressemitteilung: Mieten-Druck: Zwei Drittel überlastete Studierenden-Haushalte

  • Statistisches Bundesamt: Studierende müssen auf dem freien Wohnungsmarkt 54 % ihres Einkommens für die Miete aufwenden
  • Knapp zwei Drittel der Studierenden-Haushalte sind überlastet
  • Deutsches Studierendenwerk (DSW) alarmiert: Mietkosten-Druck steigt und steigt
  • DSW-Vorstandsvorsitzender Matthias Anbuhl: „Dass die BAföG-Wohnkostenpauschale erst in einem Jahr erhöht wird, ist schmerzhaft für die aktuelle Studierenden-Generation“
  • Anbuhl: „Mittel- und langfristig kann das Bund-Länder-Programm ‚Junges Wohnen‘ zum Gamechanger werden“

Berlin, 15. Juli 2026. Der finanzielle Druck auf die Studierenden auf dem freien Wohnungsmarkt nimmt weiter zu. Das zeigen neue Zahlen, die das Statistische Bundesamt heute veröffentlicht hat: Studierende müssen 54 % ihres Einkommens für die Miete aufwenden, zwei Drittel der Studierenden-Haushalte gelten als überlastet. Das Deutsche Studierendenwerk (DSW) ist alarmiert. Der DSW-Vorstandsvorsitzende Matthias Anbuhl sagt, es sei angesichts der Zahlen für die aktuelle Studierenden-Generation schmerzhaft, dass die Bundesregierung die für dieses Wintersemester 2026/2027 geplante Erhöhung der BAföG-Wohn-kostenpauschale verschoben hat aufs Sommersemester 2027.

Zwei weitere Auszüge aus den Zahlen des Statistischen Bundesamts: Die Hälfte der Studierenden mit eigenem Haushalt hat weniger als 963 Euro im Monat zur Verfügung. Diese Studierenden beziehen 45 % ihrer Einkünfte aus eigener Erwerbstätigkeit.

Matthias Anbuhl kommentiert:

„Die Zahlen sind alarmierend, der Kostendruck für Studierende auf dem freien Wohnungsmarkt durch die Miete steigt und steigt. Im schlimmsten Fall droht eine neue Form der sozialen Auslese über die Miete: Nicht Eignung und freie Wahl entscheiden, an welcher Hochschule ich studiere, sondern ob ich mir ein WG-Zimmer in dieser Hochschulstadt leisten kann.

Auch wenn die BAföG-Einigung der Bundesregierung von vergangener Woche nach Monaten des Hickhacks und der Unsicherheit nun Klarheit gebracht hat: Es ist für die aktuelle Studierenden-Generation schmerzhaft, dass die BAföG-Wohnkostenpauschale statt wie geplant in diesem Herbst erst im Sommer 2027 erhöht wird. Es kann nicht sein, dass BAföG-geförderte Studierende mit vorläufig weiterhin 380 Euro Wohnkostenpauschale bald in kaum einer deutschen Hochschulstadt mehr eine Chance auf ein WG-Zimmer haben.

Das im Jahr 2023 gestartete Bund-Länder-Programm ‚Junges Wohnen‘ für mehr bezahlbaren Wohnraum für Studierende und  Auszubildende hat das Potenzial, zum Gamechanger zu werden – wenn alle Bundesländer überzeugt und kräftig mitziehen.

Gute Landesförderung vorausgesetzt, können die Studierendenwerke mit diesen Mitteln zusätzlichen bezahlbaren Wohnraum für Studierende neu schaffen oder sanieren. Länder wie Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, NRW oder zuletzt Niedersachsen sind gute Beispiele.

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen will, wie im Koalitionsvertrag der Bundesregierung versprochen, im kommenden Jahr die anteilige Bundes-Förderung des Programms verdoppeln, von einer halben Milliarde Euro jährlich auf eine volle Milliarde. Gut so! Wir sind aber auf einer Mittel- und Langstrecke. Es ist kein kurzer Sprint, die Versäumnisse von Jahrzehnten aufzuholen. Wir brauchen mindestens eine Dekade des Bauens und Sanierens.

Auch die Kommunen und vor allem die Hochschulstädte sind gefordert. Sie müssen über eine gemeinwohlorientierte Bodenpolitik dafür sorgen, dass die Studierendenwerke hochschulnahe, kostengünstige Grundstücke bekommen, um Studierendenwohnheime mit sozialverträglichen Mieten bauen zu können.“